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Dossier: Sprechen

Eine Sprache lebt davon, dass man sie spricht. Die Muttersprache lernen Kinder quasi automatisch, indem sie diese ständig hören und reden. Eine möglichst häufige Berührung mit der Sprache ist auch im Fremdsprachenunterricht das A und O. Doch wie genau lernen Schülerinnen und Schüler, die fremde Sprache zu sprechen? Sie brauchen Anlässe, in denen sie aktiv sein und sich äussern können. Das Sprechen erfordert allerdings Mut. Denn dabei passieren Fehler. Damit sich Schülerinnen und Schüler getrauen, etwas in der fremden Sprache zu sagen, ist ein wohlwollendes Klima im Unterricht wichtig. Dieses Dossier enthält informative Broschüren und Beiträge, die sich mit verschiedenen Aspekten des Themas «Sprechen» auseinandersetzen. In den kommentierten Arbeiten aus dem Unterricht erhalten Sie einen Eindruck, wie Schülerinnen und Schüler die Sprache in selbst entwickelten Beiträgen anwenden.

Beiträge

Lehrpersonen bringen sich in die Überarbeitung von «Mille feuilles 5 und 6» ein

Lehrpersonen bringen sich in die Überarbeitung von «Mille feuilles 5 und 6» ein

Seit mehreren Monaten arbeitet der Schulverlag plus mit Hochdruck an der Überarbeitung des Lehrmittels «Mille feuilles 5 und 6». Ein Soundingboard mit Expertinnen und Experten aus der Schulpraxis und den Pädagogischen Hochschulen der sechs Kantone an der Sprachgrenze begleitet den Entwicklungsprozess. Um den Bedürfnissen der Lehrpersonen und der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, lud der Schulverlag plus im Mai und Juni Lehrerinnen und Lehrer aus den sechs Kantonen an der Sprachgrenze zu zwei Fachhearings ein. Die Einladung erfolgte über die Lehrerinnen- und Lehrerverbände.

Am ersten Hearing vom 23. Mai 2018 in Bern nahmen 22 Personen aus den Kantonen Bern, Freiburg und Wallis teil. Am zweiten Hearing vom 6. Juni 2018 in Olten waren 18 Personen aus den Kantonen Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt vertreten. In einem ersten Schritt präsentierte der Schulverlag plus das Überarbeitungskonzept, welches von den Regierungsräten der sechs Kantone abgesegnet worden war. Anschliessend diskutierten die Lehrpersonen in Gruppen, welchen Bedarf sie bei der Weiterentwicklung des Lehrmittels sehen. In der zweiten Gruppendiskussionsrunde tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, was ihnen an «Mille feuilles 5 und 6» gefällt und was ihrer Meinung nach im überarbeiteten Lehrmittel beibehalten werden sollte.

Das Überarbeitungskonzept des Schulverlags plus stiess bei den Lehrpersonen und den Verbänden auf breite Akzeptanz. Das Projektteam setzt bei der Überarbeitung folgende Schwerpunkte:

  • mehr Sprechanlässe anbieten
  • Alltagswortschatz vergrössern
  • mehr Übungen zum Vertiefen und Automatisieren entwickeln
  • Stoff reduzieren
  • Guidelines für bleibenden Stoff schaffen
  • einwandfrei funktionierende Nutzung der digitalen Lerninhalte gewährleisten
  • für das rasche Erscheinen der Überarbeitung sorgen

Folgende zusätzlichen Aspekte, welche in der Überarbeitung berücksichtig werden sollten, wurden in den Hearings besonders hervorgehoben:

  • allgemein klarer strukturieren; Schriftgrösse der Anweisungen vergrössern, consignes vereinfachen und nummerieren
  • mehr alltagsrelevanten Wortschatz im Klassenwortschatz integrieren
  • früher mit grammatikalischen Kompetenzen beginnen, z. B. Konjugation avoirund être
  • Schwierigkeitsgrad der Texte reduzieren
  • revuenur von einer Seite zugänglich machen, Inhalte pro Thema und nicht pro parcoursordnen, alle Inhalte der revues«Mille feuilles 3 bis 6» in der revueabbilden
  • in der 5. Klasse modernere Lieder anbieten

Folgende Aspekte wurden als positiv gewertet und sollen beibehalten werden:

  • spannende Themen
  • authentische Inputs
  • Didaktik des Textverstehens und nicht des Textübersetzens
  • offene Aufgabenformate
  • Strategietraining
  • tâche, revue, atelier de phrases
  • Sprechblasen
  • umgangssprachliche Ausdrücke
  • Rollenspiele
  • Arbeitsheft zum Reinschreiben und Markieren
  • attraktive Gestaltung
  • digitale Lernspiele
  • virtuelle Welten
  • Filmmaterial
  • Liederangebot

«Mille feuilles 5» erscheint auf das Schuljahr 2019/20, «Mille feuilles 6» ein Jahr später.

On parle français

On parle français

Schultheaterwoche. Gwendoline Lovey und Werner Panzer wagten das Experiment und brachten mit einer 4. Klasse aus dem Schulhaus Hermesbühl in Solothurn ein selbst erarbeitetes Stück in französischer Sprache auf die Bühne der Schultheaterwoche – mit Erfolg.

Kleider, die an die Hochblüte des Schlosses Waldegg erinnern, ein Tanz, passend zur Zeit, Szenen auf einer Bank und so fort: Innert kürzester Zeit entstand eine Szenencollage mit Motiven aus der Geschichte bis in die Neuzeit, zusammengestellt und entwickelt von Gwendoline Lovey (Französischlehrerin), Werner Panzer (Veranstaltungsleiter) und den Lehrpersonen Barbara Grossenbacher, Heidi Dizerens und René Kaiser aus dem Schulhaus Hermesbühl in Solothurn. Das ganz Besondere war aber nicht die Kostümierung, nicht die eindrücklich gespielten Szenen oder die Oscar-Verleihung am Schluss des Stückes, nein, es war die Sprache.

Au château de Waldegg

Französisch beherrschte die Bühne. Inhalte aus dem zweijährigen Französischunterricht wurden von der 4. Klasse theatralisch umgesetzt. «Zwei Jahre Französisch und schon bühnenreif?», hiess die Frage im Programm. Die Antwort lautet klar und deutlich: Ja! Einfache, klare Sätze, kleine Dialoge, die oft auch von Wiederholungen lebten, bildeten die Grundlage für Geschichten, die zum Schmunzeln und zum Staunen einluden. Es brauchte nicht viel, keine hochgestochenen Redewendungen, die die meisten ohnehin nicht verstanden hätten. Der Charme lag in der Verständlichkeit, aber auch in der Intensität, in der die Szenencollage gespielt wurde.

Das Experiment, das aus einer gewissen Verlegenheit mangels Stücken gewagt wurde, hat sich gelohnt. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen erbrachten den Beweis, dass man mit der französischen Sprache schon in einem frühen Stadium sehr kreativ und motivierend umgehen kann. Dieses Beispiel könnte und sollte Schule machen.

Theaterstück über Sprache und Sprachlosigkeit

Theaterstück über Sprache und Sprachlosigkeit

Jedes neu gelernte französische oder englische Wort ist für Schülerinnen und Schüler kostbar. Ähnlich geht es auch den Bewohnerinnen und Bewohnern im «Land der grossen Wortfabrik» im Theaterstück FabrikaMo der Compagnie Ad’Oc. Wörter sind für sie ein wertvolles Gut. Denn diese werden in der Fabrik hergestellt und müssen für teures Geld gekauft werden. Die Leute müssen die Wörter schlucken, um sie aussprechen zu können. Kein Wunder also, dass die meisten nur wenig reden.

Wer arm ist, versucht ein paar Wörter im Ausverkauf oder gar im Müll zu ergattern. Und an stürmischen Abenden stellen sich Menschen ans Fenster, um mit einem Schmetterlingsnetz ein paar vorbeiwirbelnde Wörter einzufangen. Auch die Träumerin Philea, die in den Strassenwischer und Gaukler Sibo verliebt ist, sucht verzweifelt nach Wörtern, um dem Angebeteten ihre Liebe zu erklären.

Das Theaterstück nimmt ein Thema auf, mit dem auch Schülerinnen und Schüler im Fremdsprachenunterricht konfrontiert sind: Welches Vokabular ist wichtig, um etwas sagen zu können? Und wie drückt man sich aus, wenn die Wörter fehlen?

Die zweisprachige Freiburger Theatergruppe Ad’Oc beschäftigt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit dem Thema Sprache. Die Schauspielerinnen und Schauspieler verweben in den Stücken Deutsch und Französisch auf spielerische Weise, jonglieren mit Wörtern, um damit Geschichten zu erzählen. Das Bilderbuch La grande fabrique de mots von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo diente der Compagnie als Inspiration für FabrikaMo.

Das Theaterstück eignet sich für Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse. Die Compagnie kann für Vorstellungen im Schulhaus gebucht werden. Es ist sinnvoll, wenn mehrere Klassen das Stück gemeinsam besuchen. FabrrikaMo dauert zirka 75 Minuten. Kosten nach Absprache.

Salut mes amis! Schüleraustausch mit movetia

Salut mes amis! Schüleraustausch mit movetia

Die junge Austauschorganisation movetia fördert und unterstützt seit Januar 2017 den Klassen- und Schüleraustausch. Sie bietet für obligatorische Schulen, Mittel-, Berufsschulen und die Erwachsenenbildung genauso wie für Fachhochschulen und Universitäten Möglichkeiten, eine andere Landessprache besser kennen zu lernen. Für Lehrpersonen gibt es Mobilitäts- und Kooperationsprojekte und Jugendliche können sich beispielsweise mit Jungendgruppen aus anderen Ländern treffen.

Ferien bei einer anderssprachigen Familie

Bei einer Familie im Tessin oder im Welschland Ferien zu verbringen, ist ein unvergessliches Erlebnis. In einem Ferienaustausch von movetia teilen Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren während ein bis zwei Wochen den Alltag mit einem gleichaltrigen Jungen oder Mädchen aus einem anderen Sprachgebiet.

Ein Austausch funktioniert so: Zuerst sind beide Kinder bei der einen Familie. Nachher wechseln sie zur anderen Familie. So lebt jedes Kind einmal in einem anderen Sprachraum.

Organisieren Sie den Austausch wenn möglich in den Ferien. Falls dies nicht geht und das Austauschkind die Schule Ihres Kindes besuchen wird, informieren Sie die Schulleitung früh genug.

Sie können Ihre Tochter oder Ihren Sohn über ein elektronisches Formular bei Ihrem Kanton anmelden. Die nächsten Anmeldetermine sind am:

  • 31. August 2017 für die Herbst- und Winterferien
  • 31. Januar 2018 für die Frühlingsferien

Ein Austausch mit der ganzen Klasse

Ein Austausch mit einer Klasse aus der Romandie oder dem Tessin motiviert Schülerinnen und Schüler, die Fremdsprache mutig anzuwenden.

Bei einem Klassenaustausch kann Ihre Klasse vor dem Austausch mit der Partnerklasse via WhatsApp oder beispielsweise Skype in Kontakt treten. Dafür empfiehlt es sich, dass jede Schülerin und jeder Schüler einem Mädchen oder Jungen der anderen Klasse zugeteilt wird.

Der Austausch sollte mindestens zwei Tage dauern. Sie können sich gegenseitig besuchen oder an einem fremden Ort treffen. Wichtig ist, dass Sie mindestens zwei Aktivitäten organisieren. Die Schülerinnen und Schüler können zum Beispiel zusammen ein Gericht aus ihrer Region kochen oder ein Spiel machen wie das Lügenspiel. Dabei denkt sich jedes Kind drei Sätze über sich selbst aus. Eine dieser Aussagen ist aber eine Lüge. Die anderen Kinder raten, was wahr und was falsch ist. Weitere Vorschläge für Aktivitäten finden Sie hier.

Die Schülerinnen und Schüler können natürlich auch später noch in Kontakt bleiben, zum Beispiel indem sie sich Postkarten oder WhatsApp-Nachrichten schreiben.

Movetia fördert Klassenaustauschprojekte mit festgelegten Beiträgen:

  • Pro Reisetag & Schüler: CHF 10.–
  • Pro Übernachtung & Schüler: CHF 10.–
  • Pro Austauschtag & Schüler: CHF 5.–
  • Organisationspauschale zur Deckung des Mehraufwandes pro Partner: CHF 150.–

Über dieses Formular können Sie Ihre Klasse anmelden.

Falls Sie keinen Klassenpartner haben, können Sie sich auch für eine Partnersuche anmelden.

Ein Austausch ermöglicht Kindern und Jugendlichen, mit der anderen Sprache und Kultur in Kontakt zu kommen. Das motiviert die Kinder und Jugendlichen. Gerade ein Ferienaustausch ist eine eindrückliche Erfahrung: Die Jugendlichen werden selbständiger, flexibler und selbstbewusster. Sie trauen sich danach viel eher, in der Fremdsprache zu kommunizieren. Und vielleicht finden sie sogar neue Freundinnen und Freunde.

Life in the Middle Ages: Workshop im Schloss Hallwyl

Life in the Middle Ages: Workshop im Schloss Hallwyl

Wie haben die Menschen vor 650 Jahren gelebt? Was haben sie gegessen? Und wie kamen sie überhaupt zu ihrer Nahrung? Antworten auf diese Fragen erhalten Primarschülerinnen und Primarschüler im englischsprachigen Workshop «HiStory» im Schloss Hallwyl. Sie schlüpfen dazu in die Rolle von Bäuerinnen, Adligen, Handwerkerinnen und Geistlichen und erkunden so das Schloss. Dabei lernen sie auch die Familie von Hallwyl kennen und erfahren, wie der Alltag im Mittelalter ausgesehen hat. In ihren Rollen führen sie verschiedene Tätigkeiten aus und sprechen dabei Englisch.

Die Schülerinnen und Schüler eignen sich im Workshop neues Weltwissen an und können dabei ihre Englischkenntnisse einsetzen. Sie erkennen, dass sie mit anderen Menschen in Englisch kommunizieren können und dadurch erhöht sich ihr Selbstvertrauen im Umgang mit der Fremdsprache.

Die Lehrperson erhält vor dem Besuch des Workshops ein Set mit Materialien, die sie im Unterricht zur inhaltlichen und sprachlichen Vorbereitung einsetzen kann.

Informationen zum Workshop:

Schulstufen: 4. bis 6. Klasse
Dauer: 2.5 Stunden
Kosten: 300 Franken pro Schulklasse exkl. Eintritt
Anmeldung: per Mail reservation.hallwyl@ag.ch oder Telefon 0848 871 200

Let’s talk about Klee, Picasso and Chagall: Eine Englischstunde im Kunstmuseum Bern

Let’s talk about Klee, Picasso and Chagall: Eine Englischstunde im Kunstmuseum Bern

Mit Gemälden wie «Rote Brücke» von Paul Klee oder «Fillette au bateau» von Pablo Picasso hat sich die Klasse 5/6b des Breitfeld-Schulhauses bereits im Englischunterricht beschäftigt. Nun kann sie Bilder dieser weltbekannten Künstler im Original sehen. Die interaktive Schulführung «Shapes and Colours» im Kunstmuseum Bern orientiert sich an den Schwerpunkten der Unit 3 des Englischlehrmittels «New World» für die 5. Klasse.

«Today you will repeat Unit three», sagt die Kunstvermittlerin Anita Geiser. Sie hält geometrische Formen in die Höhe. «What is this? What colour is it?» Die Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen: «square», «green», «blue», «triangle». Mit den geometrischen Tangram-Formen lassen sich zudem lustige Gesichter formen. Nach dem Einwärmen im Atelier geht es hinauf in die Sammlung, wo die Meister der Moderne warten.

Auf dem Rundgang mit Anita Geiser treffen die Schülerinnen und Schüler vor allem auf Künstlerinnen und Künstler, die sie bereits aus dem Pupil’s Book kennen. Anhand von Hinweisen gelangen sie zu den einzelnen Stationen und lassen sich da auf Sitzkissen nieder. Beim ersten Kunstwerk, «Buveuse assoupie» (1902) von Pablo Picasso, fragt Anita Geiser: «Is the woman happy or sad?» Die Kunstvermittlerin erklärt, dass die blaue Kolorierung auch die damalige Stimmung des Malers unterstreiche.

Bei jedem Kunstwerk analysiert die Klasse im Plenum Farben, Figuren, Formen und Eigenheiten. An Fantasie mangelt es dem jungen Publikum nicht. Auf dem surrealistischen Gemälde «Dédié à ma fiancée» (1911/12) von Marc Chagall erkennt es etwa einen Drachen oder eine Pizza. Laufend gilt es zudem, Wörter von Deutsch auf Englisch und umgekehrt zu übersetzen – bekannte wie neue. Ein kollektives «Aha» ertönt, als Anita Geiser für «Gipfeli» auf das französische «croissant» verweist. Geübt wird ab und zu auch das Vorlesen von kurzen Texten. Unerschrocken stellen sich die Fünft- und Sechstklässler dabei Jahreszahlen und Vergangenheitsformen.

Neu lernen sie heute die Berner Künstlerin Meret Oppenheim kennen, weil eine andere Künstlerin aus dem Pupil’s Book gerade nicht in der Sammlung hängt. Vor einem dreidimensionalen Werk von Oppenheim gibt es ein Gedächtnisspiel. Wer kann sich die meisten Details merken? «Das Raten war lustig», findet Basile (11) auf dem Weg zurück ins Atelier im Untergeschoss.

Das Konzept für die interaktive und interdisziplinäre Englisch-Kunst-Lektion stammt von Beat Schüpbach. Er leitet am Kunstmuseum Bern die Kunstvermittlung für Schulen und Lehrpersonen und hat bereits thematische Schulführungen auf Französisch veranstaltet. Daneben arbeitet er selber als Lehrer. «Eine Kollegin fragte mich, ob im Kunstmuseum Bern Werke von Künstlern hängen, die in der Unit drei vorkommen», erklärt Beat Schüpbach. Das brachte ihn auf die Idee, die Führung «Shapes and Colours» zu entwickeln, die 2015 startete. Das Interesse sei inzwischen gross, sagt Schüpbach. «Und manche Lehrpersonen kommen immer wieder.» Seit diesem Jahr gibt es neu die ebenfalls von ihm konzipierte Führung «Biz’Art au Kunstmuseum Bern» zum Französischlehrmittel «Clin d‘Oeil» für die 7. Klasse.

«So viel Englisch wie heute habe ich noch nie gesprochen. Das war eine gute Erfahrung», sagt Orgesë (12), auch wenn sie nicht immer alles verstanden habe. Die Klassenlehrerin Melanie Cabaleiro stellt beeindruckt fest, dass die meisten Schülerinnen und Schüler der Mehrjahrgangsklasse gut mitgekommen seien. «Ich werde nun auch versuchen, konsequenter auf Englisch zu erklären», sagt sie. Zugute gekommen sei ihnen sicher die Vorbereitung der ersten Unit-Hälfte. «Die Führung ist super, um das Gelernte zu festigen. Damit in die Unit einzusteigen, würde ich weniger empfehlen», sagt die Lehrerin. Eine weitere Voraussetzung sei, dass die Klasse sich gut führen lasse und eine Weile stillsitzen könne.

Die Mehrheit der Schulkinder der 5/6b macht bis zuletzt motiviert mit. Jetzt basteln sie noch Collagen, inspiriert von ihren Lieblingskünstlern. Elvin (13) hat der bunte Klee am besten gefallen, Noemi (12) lobt Picassos Kreativität und Reghti (12) hat Chagalls «Fantasy»-Stil fasziniert. Melanie Cabaleiro gibt dazu eine Hausaufgabe: Alle sollen ihrem Werk einen Titel geben – in English, of course.

Im Kunstmuseum Bern Englisch und Französisch lernen

Führung «Shapes and Colours» auf Englisch für die 5. Klasse
Führung «Biz’Art» auf Französisch für die 7. Klasse
Je 90 Minuten und 140 Franken
Anmeldung und weitere Infos:
Telefon: 031 328 09 11
Mail: vermittlung@kunstmuseumbern.ch
Weitere Informationen

Commence! Yes, just a minute: Die Bedeutung der Arbeitssprache

Commence! Yes, just a minute: Die Bedeutung der Arbeitssprache

Heute lernen Schülerinnen und Schüler im Französisch- oder Englischunterricht nicht nur, wie sie in Paris oder London nach dem Weg fragen, eine Fahrkarte kaufen oder beim Bäcker einkaufen müssen. Sie unterhalten sich auch über die authentischen Inhalte aus den Magazines und üben, wie sie sich im Unterricht ausdrücken können.

Für diesen Wandel gibt es einen guten Grund: Im so genannten inhalts- und handlungsorientierten Unterricht sollen Schülerinnen und Schüler die Fremdsprache in konkreten Situationen anwenden. Zum Beispiel beim Sprechen über die authentischen und altersgerechten Texte aus den Lehrmitteln oder beim Klären von Aufträgen und Arbeiten im Unterricht. Dazu lernen die Schülerinnen und Schüler die so genannte Arbeitssprache. Das ergibt für sie mehr Sinn, als wenn sie die Sprache für Situationen lernen, die sie erst in der Zukunft erleben werden.

Die Arbeitssprache hat im Fremdsprachenunterricht von Anfang an eine grosse Bedeutung. Schritt für Schritt üben die Schülerinnen und Schüler, mit der Lehrperson und untereinander in der Gruppe zu kommunizieren. Sie lernen dafür Anweisungswortschatz wie zum Beispiel «Nimm ein Blatt Papier» oder «Notiere die Übersetzung» sowie Wörter und Formulierungen für die Alltagskommunikation im Unterricht wie etwa «Kann ich mit dir arbeiten?» oder «Ich habe eine Frage.»

Mit Hilfe der Arbeitssprache können die Schülerinnen und Schüler:

  • Anweisungen verstehen
  • nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen
  • Arbeitsaufträge gemeinsam klären
  • komplexe Aufgabenstellungen besprechen
  • Arbeitsschritte kommentieren
  • Spielanleitungen vorlesen und besprechen
  • mit Mitschülerinnen und Mitschülern in Arbeitsgruppen kommunizieren
  • die Wahl eines Themas begründen
  • einander Rückmeldungen geben
  • die eigene Meinung äussern

Der Anweisungswortschatz und die Wörter und Formulierungen für die Alltagskommunikation im Unterricht sind in der Revue unter der Rubrik «Consignes» und «Nous parlons français!» und in My Resources unter «Instructions» und «Let’s speak English» zusammengefasst. Die Schülerinnen und Schüler werden aber auch auf die Kommunikation ausserhalb des Klassenzimmers vorbereitet: So lernen sie nach wie vor Grundwortschatz, den sie in verschiedenen Situationen im Alltag anwenden können.

Dialog einer 8.-Klässlerin und eines 8.-Klässlers über frankophone Länder

Dialog einer 8.-Klässlerin und eines 8.-Klässlers über frankophone Länder

In welchen Ländern auf der Welt werden romanische Sprachen gesprochen? Und wo reden die Menschen französisch? Mit solchen Fragen beschäftigen sich die 8.-Klässlerinnen und 8.-Klässler in einer Übung im Magazine 2 des Französischlehrmittels Clin d’oeil 8.

Mit dieser Übung entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine Bewusstheit für Sprachen und Kulturen. Denn gemäss der neuen Didaktik der Mehrsprachigkeit und dem Lehrplan lernen die Schülerinnen und Schüler nebst der Sprache auch den kulturellen Kontext eines Sprachraums kennen. Sie werden dazu angeregt, über die eigene und die fremde Kultur nachzudenken. Solche Übungen erweitern das Weltwissen der Schülerinnen und Schüler und wecken ihre Neugier.

In dieser Aufnahme befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Herkunft der französischen Sprache. Für die Übung können sie eine Landkarte nutzen, auf der die Sprachregionen mit verschiedenen Farben eingezeichnet sind. Nun sollen sie erläutern, in welchen Ländern eine romanische Sprache und in welchen Französisch gesprochen wird. Dazu stehen ihnen ein paar Satzbausteine oder kurze Sätze zur Verfügung, die sie im Dialog einsetzen können.

Der Dialog zwischen der Schülerin und dem Schüler ist klar, strukturiert und verständlich. Die Beschreibung ist sehr präzise. So führen die beiden Jugendlichen etwa aus, auf welchen Kontinenten und in welchen Ländern eine romanische Sprache gesprochen wird. Sie kennen und benutzen die Begriffe, die für ein Gespräch über Geografie nötig sind. Es gelingt ihnen ausserdem mühelos, aus den vorgegebenen Sätzen und Satzbausteinen einen Dialog zu formulieren.

 

Wie entwickeln Schülerinnen und Schüler die Kompetenz Sprechen?

Wie entwickeln Schülerinnen und Schüler die Kompetenz Sprechen?

Eine häufige Berührung mit der Sprache, viel Ausdauer und eine grosse Portion Mut: Das brauchen Schülerinnen und Schüler, um sich in einer Fremdsprache auszudrücken. Es ist ein langer Prozess, bis sie die Kompetenz Sprechen entwickeln – vom Äussern einzelner Wörter und Wendungen bis hin zum freien Sprechen. Wichtig dabei ist, dass die Schülerinnen und Schüler die Fremdsprache so oft wie möglich hören – ein richtiges «Sprachbad» nehmen können.

Über die Inhalte der Magazines sprechen

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln die Kompetenz Sprechen unter anderem, indem sie sich über die Inhalte der Magazines oder Units unterhalten. Jedes Magazine oder jede Unit befasst sich mit einem Thema. Die Texte sind authentisch und auf das Alter der Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Sie sollen etwas Spannendes, Wissenswertes oder Lustiges erzählen. Die Inhalte wecken Interesse und sollen die Kinder und Jugendlichen motivieren, darüber zu sprechen. Damit dies gelingen kann, bietet das Lehrmittel den Schülerinnen und Schülern Unterstützung: Vorgegebene Satzanfänge und Ausdrücke helfen ihnen, eigene Gedanken zu formulieren.

Nebst den Inhalten der Magazines oder Units hat auch die so genannte Arbeitssprache (langage de classe/class vocabulary) von Anfang an eine wichtige Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Anweisungen und Arbeitsaufträge zu verstehen, nachzufragen oder sich untereinander zu verständigen. Die «Consignes» beziehungsweise «Instructions» und das «Vocabulaire de classe» oder «Class vocabulary» können sie in den Revues oder My Ressources nachschlagen. Auch die Arbeitssprache dient natürlich dazu, über Inhalte zu reden. Da die Arbeitssprache in erster Linie im Unterricht verwendet wird, bleibt sie den Eltern weitgehend verborgen.

Die Lehrperson als Vorbild

Die Lehrperson hat bei der Entwicklung der Kompetenz Sprechen eine zentrale Rolle. Sie soll für die Schülerinnen und Schüler ein Vorbild sein und diese zum Sprechen ermutigen. Damit die Kinder und Jugendlichen die Fremdsprache so oft wie möglich hören, sollte die Lehrperson die Fremdsprache im Unterricht sprechen. Am Anfang muss sie ihre Aussagen noch stark mit Gestik und Mimik unterstützen, damit die Kinder sie verstehen. Es ist ausserdem sinnvoll, wenn die Lehrperson beim Sprechen Ausdrücke verwendet, welche die Schülerinnen und Schüler gerade lernen oder bereits kennen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fremdsprache bei jeder Gelegenheit sprechen. Im Frontalunterricht ist dies nur bedingt möglich. Daher ist die Arbeit in Kleingruppen oder das Lernen mit digitalen Lernressourcen (CD-Rom oder Apps) für die Entwicklung des Sprechens ideal.

Ein wohlwollendes Klima schaffen

Schülerinnen und Schüler exponieren sich, wenn sie etwas auf Französisch oder Englisch sagen. Daher ist es wichtig, dass die Lehrperson im Unterricht ein wohlwollendes Klima und eine gute Feedbackkultur schafft. Schülerinnen und Schüler sollen ausprobieren und Fehler machen dürfen. Denn Fehler gehören zum Fremdsprachenlernen. Sie sind ein wichtiger Hinweis dafür, dass die Kinder und Jugendlichen die Sprache mutig anwenden. Wenn Schülerinnen und Schüler etwas in der Fremdsprache sagen, sollte ihr Mut honoriert werden. Fehler sollten nur dann korrigiert werden, wenn sie zu Missverständnissen führen oder die Kommunikation behindern.

Schritt für Schritt sprechen lernen

Die Kompetenz Sprechen entwickelt sich kontinuierlich und progressiv – von der Primar- bis zum Ende der Sekundarstufe. Am Anfang lernen die Kinder die Fremdsprache vor allem übers Ohr und Auge. Sie hören Texte, singen Lieder und schauen Bilder an. In dieser Phase entwickeln sie in erster Linie rezeptive Fähigkeiten: Sie nehmen die Sprache übers Ohr auf, eignen sich passiven Wortschatz an und lernen Strategien kennen, die ihnen beim Sprachenlernen helfen.

In der 5. und 6. Klasse gewinnt das aktive Sprechen an Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Fremdsprache, indem sie aktiv sind und handeln. Sie sprechen die fremde Sprache untereinander und mit der Lehrperson oder halten eine Präsentation. Auch ausserhalb des Klassenzimmers lässt sich die Fremdsprache gut lernen: in einem Schüleraustausch, einer Schulreise ins Sprachgebiet oder einer Museumsführung in der Fremdsprache.

Spannende Aktivitäten mit dem Lernen verknüpfen

Ab der Sekundarstufe werden die produktiven Fähigkeiten noch zusätzlich gestärkt. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits viele Formulierungen (Chunks) und Wörter gelernt. Diese können sie aber nur dann abrufen, wenn sie im gleichen thematischen Kontext benutzt werden, in dem sie gelernt wurden. Im Französischunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler in der Rubrik «On bavarde?», den über Jahre aufgebauten Wortschatz auf eine neue Situation zu übertragen. In Form von Rollenspielen üben sie, sich in alltäglichen Situationen wie Einkaufen oder Schüleraustausch auszudrücken.

Die Schülerinnen und Schüler halten ausserdem Vorträge oder drehen selbst entwickelte Videobeiträge. Das hat den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler die Fremdsprache nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit einer spannenden Aktivität lernen. Das stiftet Sinn und macht Freude.

 

«Coup de foudre»: Audiobeitrag 8. Klasse

«Coup de foudre»: Audiobeitrag 8. Klasse

Geschichten über das Reisen sind reizvoll. Das entdecken auch die Schülerinnen und Schüler im Magazine 2 des Französischlehrmittels Clin d’oeil 8. Dort lesen sie unter anderem drei spannende Geschichten, die mit dem Reisen im Zug zu tun haben. Eine davon heisst «Coup de foudre». Der Titel verrät es bereits: Es handelt sich dabei um eine Liebesgeschichte, die im Nachtzug zwischen Basel und Bremen spielt. Eine 15-Jährige lernt auf dieser Reise einen drei Jahre älteren Jungen kennen. Schnell finden sie heraus, dass sie beide die gleiche Musik mögen. Und im Nu verlieben sie sich. Doch am nächsten Morgen müssen sie sich trennen. Sie schreiben sich noch drei Jahre lang, ohne sich je wieder zu sehen. Danach gehen ihre Wege ganz auseinander.

Die Geschichte entstand im Rahmen eines Schreibwettbewerbs, den die SBB 2012 ausgeschrieben hatte – es ist also ein authentischer französischer Text, der nicht für das Lehrmittel konstruiert wurde. Dieser interessante Hinweis steht in der Rubrik «Activité» im Magazine. Dort werden die Schülerinnen und Schüler ausserdem durch die Aufgabe geführt: Sie werden aufgefordert, über den Text zu diskutieren und zu definieren, um welche literarische Gattung es sich handelt. Zudem sollen sie beschreiben, was sie auf den Bildern sehen, welche den Text illustrieren. Zur Unterstützung stehen ihnen eine Liste mit Wörtern und Satzteile zur Verfügung.

In einem beeindruckend flüssigen Dialog beschreiben die beiden 8.-Klässlerinnen, was sie auf den Illustrationen sehen. Ihre Aussprache ist gut, sie reden sicher und natürlich. Es gelingt ihnen zudem problemlos, mit den vorgegebenen Satzteilen wie «Il s’agit de», «Ici, il y a» oder «Je pense que c’est» und Wörtern aus der Liste wie des «écouteurs» oder des «amoureux» ganze Sätze auszuformulieren.

Die beiden Schülerinnen nehmen im Gespräch aufeinander Bezug. Sie bejahen oder verneinen die Aussagen ihrer Partnerin und äussern ihre Meinung. Der Dialog geht aber noch über das hinaus, was sie auf den Bildern sehen. Die Schülerinnen räsonieren, wie die Geschichte weitergehen könnte. Dabei geben sie ihrer Fantasie freien Lauf. Die offene Aufgabenstellung ermöglicht solche individuellen und kreativen Leistungen und verhindert stures Auswendiglernen.

 

«Attaque d’un wagon postal»: Audiobeitrag 8. Klasse

«Attaque d’un wagon postal»: Audiobeitrag 8. Klasse

Im Magazine 2 des Französischlehrmittels Clin d’oeil 8 dreht sich fast alles um die Eisenbahn. Die 8.-Klässlerinnen und 8.-Klässler hören, lesen und besprechen Geschichten, die in Zügen spielen. Eine davon ist ein Krimi aus dem Jahr 1961, den der Journalist und Schriftsteller Jean des Cars im «Petit dictionnaire amoureux des trains» zusammen mit mehr als 200 anderen Geschichten über Züge publiziert hat.

Zwei Männer – einer ist als Rollstuhlfahrer verkleidet, der andere als Krankenpfleger – fahren in einem Zug im Postwagen mit und überfallen den Postwagenwärter während der Fahrt. Zwei Komplizen warten in einem gestohlenen Auto an einem Bahnübergang. Dort stellen sie das Signal auf Rot, so dass der Zug hält und die Diebe mit dem gestohlenen Geld flüchten können.

Nach der Lektüre sollen sich die Schülerinnen und Schüler zu zweit über den Text unterhalten. Sie nehmen die Bilder zum Text unter die Lupe und  beschreiben, was sie darauf sehen. Sie sollen ausserdem besprechen, um welches Genre es sich dabei handelt. Dazu stehen ihnen im Magazine Redewendungen zur Verfügung sowie eine Liste mit Wörtern.

Der Dialog der beiden 8.-Klässler ist kurzweilig, flüssig und authentisch vorgetragen. Gerade der Einstieg, der mit einer Frage beginnt (Tu veux discuter avec moi sur l’attaque d’un wagon postal sur la première image?), ist gelungen. Dadurch kommt nicht nur das Gespräch in Gang, sondern die Zuhörerinnen und Zuhörer erfahren auch, worüber die beiden Schüler sprechen.

Auch die Diskussion über das Genre ist abwechslungsreich. Indem einer der Schüler eine falsche Gattung nennt (je pense que c’est und histoire d’aventure) muss der andere Schüler nochmals auf das Thema eingehen. Dadurch kommt mehr als nur eine literarische Gattung zur Sprache.

Der anschliessenden Bildbeschreibung kann man ebenfalls problemlos folgen. Den beiden Schülern gelingt es gut, Satzteile wie «Je pense que c’est» zu ganzen Sätzen auszuformulieren und vorgeschlagene Begriffe wie «une chaise roulante» oder «un wagon postal» in den Dialog zu integrieren. Auch das neu gelernte Imparfait setzten sie bereits gekonnt ein. Im ganzen Dialog kommt klar zum Ausdruck, dass die Schüler den Text nicht aus dem Buch auswendig gelernt haben, sondern dass er selbst erarbeitet ist. Das entspricht dem Lernen nach Passepartout, wonach die Schülerinnen und Schüler nicht Standardsätze reproduzieren, sondern sich frei und mutig äussern können.

 

«Un poisson d’avril» Kurzfilm 7. Klasse

«Un poisson d’avril» Kurzfilm 7. Klasse

In frankophonen Ländern haben bandes dessinées  (BD) – Comic-Geschichten –  eine lange Tradition. Im Magazine 3 des Französischlehrmittels Clin d’oeil 7 befassen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dieser lebhaften Erzählform. Sie lesen BDs und lernen, diese zu verstehen und mit dem passenden Ausdruck in der Stimme vorzulesen. Aus einem Film über den bekannten BD-Autor Zep und aus BDs suchen sie Redewendungen heraus, die sie im Schulalltag anwenden können. Die so genannte Alltagssprache wird wiederum in kurzen, selbst entwickelten Szenen angewendet.

In der Aufgabe am Schluss des Magazines sollen die Schülerinnen und Schüler eine comicähnliche Szene aus dem Schulalltag erfinden und spielen. Die Szenen befassen sich mit Themen wie «Déranger» (Stören), «Jeu» (Spiel), «Corriger» (Korrigieren) oder «Pas de Prof» (kein Lehrer). Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler passenden Wortschatz verwenden, korrekt aussprechen und mit den neu gelernten Füllwörtern den Redefluss in Gang halten. Ausserdem wird von ihnen erwartet, dass sie das Gesagte mit Mimik und passendem Ausdruck in der Stimme unterstreichen.

Die Eigenleistung der 7.-Klässlerinnen und des 7.-Klässlers ist beeindruckend. Die Mädchen und der Junge haben diese witzige Geschichte mit der passenden Pointe selbst erfunden. Die Themen «Stören» und «Spiel» werden gut in die Handlung integriert. Auch den Dialog haben sie selbst erarbeitet. Es ist ihnen wirklich gelungen, die Satzbausteine, die sie im Magazine geübt haben, zu einem natürlich wirkenden Gespräch umzuformulieren. Die beiden Schülerinnen und der Schüler sprechen flüssig. Sie setzen den Wortschatz ein, den sie aus dem Schulalltag kennen wie l’éponge, la maîtresse oder la pause sowie neu gelernte Füllwörter zum Beispiel aussi, ici, déjà oder super.

Besonders hervorzuheben ist das Schauspiel. Die Jugendlichen spielen ihre Rollen überzeugend. So gelingt es beispielsweise der «Lehrerin» ausgezeichnet, das Gesagte mit Mimik und Gestik und dem passenden Ausdruck in ihrer Stimme zu unterstreichen.

Das Unterrichtsbeispiel aus einer Erprobungsklasse zeigt, wie Schülerinnen und Schüler lustvoll, unverkrampft und mutig mit der ersten Fremdsprache umgehen können.

 

«X Box pour tous» Werbespot 8. Klasse

«X Box pour tous» Werbespot 8. Klasse

Für diesen Werbespot haben sich die vier Jugendlichen aus der 8. Klasse eine originelle Geschichte ausgedacht: Zwei junge Frauen sitzen vor einem Haus. Sie hören, wie sich drinnen zwei Freunde die Zeit mit einer Spielkonsole vertreiben. Kurzentschlossen treten sie ins Haus und fordern ihre Freunde auf, nach draussen zu gehen und das schöne Wetter zu geniessen. Daraufhin setzen sie sich vor den Bildschirm. Nur ein Spiel, das nehmen sie sich vor. Doch eine Stunde später sind sie immer noch am Spielen. Nun sind die Rollen vertauscht. Als die Jungs wieder ins Zimmer kommen, sitzen die Mädchen auf ihren Plätzen. Das Video endet mit dem Slogan: «X Box pour tous».

Die vier Jugendlichen haben dieses Video von der Idee über das Drehbuch bis zum fertigen Film selbst konzipiert und angefertigt. Für diese Aufgabe sind sie im Magazine 3 des Lehrmittels Clin d’oeil 8 gut vorbereitet worden: Sie haben sich im Unterricht mit authentischen Sachtexten zu spannenden Themen beschäftigt und sich dabei mit Filmhandlungen, Dialogen, Slogans, Filmmusik und Schauspiel auseinandergesetzt.

Am Ende jedes Magazines lösen die Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe, die im Zusammenhang mit dem Thema des Magazines steht und in der sie das Gelernte anwenden. In diesem Fall mussten die Jugendlichen einen Spot entwickeln und drehen. Die vier Jugendlichen konnten dabei ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ein Thema wählen, das sie interessiert. Diese Aufgabe haben sie gut gemeistert: Das gewählte Thema knüpft an ihren Alltag an. Die Geschichte ist klar und die Szenen sind nachvollziehbar. Da die Handlung in verschiedenen Räumen spielt (vor dem Haus, im Korridor, im Fernsehzimmer) musste der Film geschnitten werden. Als filmisches Stilelement haben die Filmerinnen und Filmer ausserdem einen Zwischentitel mit dem Text «une heure plus tard» verwendet.

Der Wortschatz der Protagonistinnen und Protagonisten ist abwechslungsreich und passt zur Handlung. Sie verwenden nützliche Ausdrücke, die sie gelernt haben wie «encore une partie», um ihren Dialog auszubauen. Die zwei Jugendlichen spielen die Handlung überzeugend. Sie unterstützen ihr Schauspiel mit der passenden Mimik und Gestik. Obwohl sie ihre Rolle ernsthaft spielen, ist zu Beginn noch ein Lachen zu erkennen. Ein Zeichen dafür, dass ihnen die Aufgabe offensichtlich Vergnügen bereitet hat.

«Un petit pas pour moi est un grand pas pour l’humanité» Vortrag zum Thema «Mond»

«Un petit pas pour moi est un grand pas pour l’humanité» Vortrag zum Thema «Mond»

Das Thema dieses Vortrags ist kein Zufall. Im 1. Quartal der 8. Klasse hat sich die vierzehnjährige Schülerin zusammen mit ihren Klassenkameradinnen und -kameraden intensiv mit der Nacht auseinandergesetzt: mit dem Schlaf, nachtaktiven Tieren, Sternen, dem Weltraum und dem Mond. Die Schülerinnen und Schüler haben dabei gelernt, aus verschiedenen Texten Informationen zu einem Thema herauszukristallisieren, um danach einen Kurzvortrag halten zu können.

Genau darauf zielt auch die Tâche – die Schlüsselaufgabe – am Ende der Lerneinheit ab. Die Schülerinnen und Schüler sollen der Klasse anhand einer selbst gestalteten Power-Point-Präsentation einen Aspekt der Nacht vorstellen. Die Präsentation muss für die Schulklasse nachvollziehbar sein und viele Informationen enthalten. Die Schulkinder sollen am Ende des Vortrags der Klasse in einem Quiz interessante Fragen stellen, die sich auf das Vorgetragene beziehen. Weitere Kriterien sind korrekte Aussprache, passender Wortschatz, attraktive Folien und überzeugendes Auftreten.

Die Schülerin hat ihren Vortrag klar strukturiert. Zu Beginn stellt sie den Inhalt vor. Danach vermittelt sie ihren Zuhörerinnen und Zuhörern allgemeine Informationen zum Mond und thematisiert später die Missionen der Apollo und die erste Mondlandung. Dabei erfahren die Zuhörerinnen und Zuhörer unter anderem auch, was Neil Armstrong nach der Mondlandung sagte: «Un petit pas pour moi est un grand pas pour l’humanité». Ein Satz, der in die Geschichte einging. Am Ende des Vortrags gibt’s ein Quiz.

Es gelingt der Schülerin bestens, mit den gelernten Chunks einen interessanten Inhalt – Zahlen, Fakten und Zusammenhänge – auszuformulieren. Komplizierte Wörter wie l’alunissage (die Mondlandung) oder la couche d’ozone (die Ozonschicht) verwendet sie ohne Probleme.

Die Schülerin hat ansprechende Folien gestaltet. Zu den wichtigsten Stichworten hat sie passende Hintergrundbilder gewählt. Das Thema trägt sie flüssig, überzeugend und sicher vor. Sie hat den Mut, vor einem Publikum zu stehen. Das beweist sie durch das freie Sprechen, angemessene Sprechpausen, den guten Blickkontakt zum Publikum und die Interaktion mit den Mitschülerinnen und -schülern. Auch fällt es ihr leicht, gleichzeitig vorzutragen und den Computer zu bedienen. Nach dem Vortrag wissen die Zuhörerinnen und Zuhörer einiges über diesen Himmelskörper, der bisher als einziger von Menschen betreten worden ist.

 

«Une fois bois – toujours bois!» Werbespot 8. Klasse

«Une fois bois – toujours bois!» Werbespot 8. Klasse

Dieses Video wurde von zwei vierzehnjährigen Schülerinnen konzipiert und aufgenommen. Sie haben sich im 3. Quartal der 8. Klasse in Französisch intensiv mit Werbung auseinander gesetzt. Die Lerneinheit in «Clin d’oeil» dreht sich um Kino- und Fernsehwerbung, um Werbesongs und Filmmusik, um visuelle Effekte und um witzige Pannenvideos. Die Klasse hat viel analysiert, verglichen und diskutiert.

Die «Tâche» oder Schlussaufgabe am Ende der Lerneinheit steht dementsprechend ganz im Zeichen der Werbung: Die Schülerinnen und Schüler sollen in einer Gruppe einen Werbespot planen und drehen. Die Kriterien dafür sind klar formuliert: Die Szene ist nachvollziehbar und mit Details ausgestaltet; der Wortschatz ist passend und abwechslungsreich; die Aussprache ist korrekt; die Rollen sind überzeugend gespielt und mit Mimik und Gestik gestaltet.

Als Hilfe dient den Schülerinnen und Schüler viel Material aus dem Lehrmittel. Sie haben französische Werbeslogans und knackige (erfundene) Markennamen kennengelernt und sie haben Ausdrücke gelernt, die vor allem in Alltagsgesprächen gebraucht werden. Am Computer haben sie Dialoge mit eigenen Sätzen geübt.

Der Rest ist viel Fantasie, Teamarbeit und aktives Handeln. Die Mädchen im Video haben einen Spot für einen Schuhversandhandel gedreht. Sie haben eine Rahmenhandlung entwickelt und den passenden Dialog dazu geschrieben. Diesen Dialog haben sie nicht einfach auswendig gelernt, sondern von Grund auf entwickelt. Sie haben ein Drehbuch geschrieben, das verschiedene Drehorte (drinnen und draussen) und Kameraeinstellungen vorsieht. Der Spot endet mit einem griffigen Werbeslogan. Die Handlung ist verständlich und klar gesprochen, auch wenn es noch Fehler gibt. Im Vordergrund stehen der Mut und die Fähigkeit die gelernten Redemittel in einem sinnvollen Zusammenhang zu verwenden.. Die Mädchen haben offensichtlich Spass an der Aufgabe und haben sie gut gelöst!

 

Wie gut sprechen Jugendliche in der 9. Klasse Französisch?

Wie gut sprechen Jugendliche in der 9. Klasse Französisch?

Ein unvorbereitetes Gespräch in Französisch führen: Wie meistern das 9.-Klässlerinnen und 9.-Klässler? Ich ging dieser Frage nach und besuchte im November 2015 den Unterricht mehrerer Testklassen der Niveaus G und E in den OS-Zentren Zermatt, Lötschen und Leuk. Dabei bat ich die Lehrerinnen, mit einer kleinen Gruppe ein Gespräch zu führen, auf das sich die Jugendlichen nicht vorbereiten konnten. An den Runden nahmen jeweils zwei sprachbegabtere und zwei weniger sprachbegabte Jugendliche teil.

Die Schülerinnen und Schüler mussten wie in einem Interview Fragen beantworten, wie beispielsweise zu ihrer Familie, ihren Hobbies oder ihren Ferienplänen. Meist stellte die Lehrerin die Fragen, zum Teil befragten sich die Jugendlichen gegenseitig. In einer Gruppe porträtierten die Schülerinnen und Schüler ausserdem eine Person, die sie selbst auswählen konnten. Diese Themen sind kein Zufall: Im Magazine 1 des Lehrmittels Clin d’oeil 9 beschäftigten sich die Jugendlichen mit bekannten Persönlichkeiten. Sie lasen Texte und Interviews mit dem Ziel, diese zu verstehen und selber persönliche Fragen zu stellen und zu beantworten.

Gemäss dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) verfügen die Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Schulzeit über das Niveau A.2.2. Doch was heisst das genau? Bei meinen Besuchen stellte ich fest, dass einige Schülerinnen und Schüler fliessend und mit ausgezeichnetem Akzent sprechen, während andere mit dem Formulieren und der Aussprache mehr Mühe haben. Diese Unterschiede gab es auch früher schon. Was mir aber auffiel ist, dass die meisten Jugendlichen mutig und ohne Scheu vor Fehlern sprechen. Das ist neu.

Die Tonaufnahmen geben weitere interessante Hinweise darüber, wie 9.-Klässlerinnen und 9.-Klässler die Fremdsprache beim Sprechen in einer vertrauten Gruppe anwenden:

  • Die Schülerinnen und Schüler können sich in einer strukturierten Gesprächssituation und in vertrautem Rahmen mit etwas Hilfe recht gut an einem Gespräch beteiligen.
  • In Gesprächen zu vertrauten Themen verstehen sie das Wesentliche und wichtige Einzelinformationen, wenn die Lehrperson deutlich artikuliert und wenn sie nachfragen und um Erklärungen bitten können.
  • Wenn sie etwas nicht verstehen, können sie dies sagen und die Gesprächspartnerin oder den Gesprächspartner auf einfache Weise um Hilfe bitten.
  • Mit einfachen Sätzen und Wendungen können sie Informationen und Gedanken zu vertrauten Themen austauschen und sich in gewohnten Situationen verständigen.

 

 

 

 

Warten auf einen Kollegen: Bahnhofsgeschichte eines 8.-Klässlers

Warten auf einen Kollegen: Bahnhofsgeschichte eines 8.-Klässlers

Schweizer Bahnhöfe eignen sich gut dafür, französisch zu lernen. Man hört Ansagen in französischer Sprache oder liest Anweisungen auf Französisch. Bahnhöfe und Reisegeschichten sind im Magazine 2 des Französischlehrmittels Clin d’oeil 8 denn auch das grosse Thema.

Die 8.-Klässlerinnen und 8.-Klässler haben in diesem Magazine Geschichten gehört und gelesen, die in Zügen spielen. Sie haben Informationen über die SBB erhalten und sich eine Zugreise vorgestellt. Auch Grammatik war ein Thema. So haben die Schülerinnen und Schüler gelernt, wie man ein Imparfait bildet. Dabei haben sie diese Form mit dem passé composé verglichen und erfahren, in welcher Situation man welche Form anwendet.

In der Aufgabe hatten die 8.-Klässlerinnen und 8.-Klässler vier Bilder zur Auswahl, welche eine Szene in einer Bahnhofshalle oder auf einem Perron zeigen. Die Schülerinnen und Schüler mussten ein Foto wählen und ausführlich kommentieren, was sie darauf sehen. Sie sollten ausserdem auf eine korrekte Aussprache achten und abwechslungsreiche Sätze bilden. Eine weitere Vorgabe war, dass sie das eben gelernte Imparfait einbeziehen. Die Schülerinnen und Schüler sollten aber nicht jedes Verb ins Imparfait setzten, sondern mit den Zeitformen spielen.

Der 8.-Klässler löste die Aufgabe auf eine besonders kreative Weise. Er kommentierte nicht nur, was er auf dem Bild sah, sondern er verpackte die Aufgabe in eine Geschichte. In seiner Fantasie stellte er sich selbst in das Setting auf dem Bild und beschrieb, wie er in diesem Bahnhof auf einen Freund wartet und all die Leute beobachtet, die auf dem Foto zu sehen sind. Am Ende sieht er seinen Freund, mit dem er nach Genf zu seiner Grossmutter fahren will.

Der Schüler hat nicht nur eine brillante Idee, er trägt sie auch sehr flüssig und auf natürliche Weise vor. Seine Aussprache ist gut und seine Beschreibungen der Personen sind präzise. Sie reichen von der Bekleidung der Leute (une veste grise et des pantalons noirs) über die Art der Tasche, die sie tragen (un sac à dos blanc) bis zur Tätigkeit (la dame qui lisait le journal). Dabei zieht er auch die Personen mit ein, die im Hintergrund des Bildes zu sehen sind. In seinen Sätzen verwendete er schwierigere Wörter wie «poussette» oder «escalier roulant» sowie eine grosse Bandbreite an Verben in unterschiedlichen Zeitformen. Und das frisch gelernte Imparfait, das er am häufigsten benutzt, wendet er bereits sicher an.

 

Chocolate – a sweet story: Vorträge von 6.-Klässlerinnen und 6.-Klässlern

Chocolate – a sweet story: Vorträge von 6.-Klässlerinnen und 6.-Klässlern

Keine Frage: Dieses Thema ist ein Genuss. Die Rede ist von Schokolade. Im Englischlehrmittel New World 2 befassen sich die 6.-Klässlerinnen und 6.-Klässler mit diesem Genussmittel. Sie erfahren, woher die Schokolade stammt, wie sie hergestellt wird, welche Zutaten darin stecken und was das Spannende ist an deren Geschichte.

In der Basler Primarstufe Neubad sind die Jugendlichen mit Begeisterung dabei. Bei Lehrerin Lucia Vetterli können sie im Englischunterricht für einmal in die Rolle von Schokoladenproduzentinnen und -produzenten schlüpfen und eine eigene Schokoladensorte erfinden. Sie überlegen sich eine Geschmacksrichtung und einen Namen. Dass das Spass macht, zeigen die vielfältigen, höchst kreativen und witzigen Resultate, welche die Schülerinnen und Schüler der Klasse präsentieren.

Eine dieser Schokoladen heisst «Brain Power Chocolate». Wer sie isst, kann sich besser konzentrieren. Dazu gibt’s den passenden Slogan: «Brain good, all good». Auch bei einer anderen Sorte ist der Name Programm: Die «Good luck chocolate» macht glücklich. Sie bringt aber nicht nur den Leuten Glück, welche die Schokolade essen, sondern auch den Arbeiterinnen und Arbeitern auf den Kakaoplantagen. Denn diese Schokolade ist fair produziert.

Nebst Namen und Slogans haben einige Jugendlichen auch Verpackungen entworfen: Eine davon ist blau und mit goldgelben Sternen beklebt. Wer dabei an die Nacht denkt, liegt richtig. Die Milchschokolade «Dream Chocolate» aus Milchpulver, Kakaobutter, Vanille, Zucker, Kakao, Kokosnuss, Mandeln, Melonen und Äpfeln garantiert nämlich glückliche Träume.

Auf grosse Begeisterung stösst die Fairtrade Schokolade «Swiss Next Top Chocolate». Diese Schokolade in rosaroter Verpackung mit Bildern von Models wie Heidi Klum oder bekannten Figuren wie Heidi oder Pippi richtet sich an die weibliche Kundschaft. Sie erfüllt auch deren tiefsten Wünsche: Man kann Unmengen davon essen, ohne dick zu werden!

Die 6.-Klässlerinnen und 6.-Klässler präsentieren ihre erfundenen Schokoladen mit Freude und beeindruckender Leichtigkeit. Die meisten von ihnen sprechen fliessend und mit guter Aussprache. Wer ein Wort nicht kennt, kann es auf Französisch oder Deutsch sagen. Brücken zwischen den Sprachen zu schlagen, ist ein wichtiger Bestandteil der Didaktik der Mehrsprachigkeit. Die Schülerinnen und Schüler lernen seit dem Start des Französischunterrichts, über Sprache und Kultur nachzudenken, Zusammenhänge zu erkennen und sich Strategien für das Sprachenlernen anzueignen. Das hilft ihnen nun ganz offensichtlich auch im Englischunterricht.

Häufig gefragt (FAQ)

Ja. Die Schülerinnen und Schüler lernen nach wie vor viel Grundwortschatz. Dieser hilft ihnen, sich in verschiedenen Situationen im Alltag zu verständigen.

Das Sprechen beginnt mit dem Aufbau des Wortschatzes. Dieser besteht häufig nicht aus einzelnen Wörtern, sondern aus sogenannten Chunks. Das sind Satzfragmente oder geläufige Wortverbindungen. Wortschatz wird also möglichst im Zusammenhang gelernt. Wortschatzspiele (Fichierspiele) eignen sich besonders gut, um das Sprechen zu fördern. Denn hier verwenden die Kinder die Fremdsprache als Arbeitssprache. Die Lehrmittel bieten sehr viele Anlässe, in denen sich die Schülerinnen und Schüler über das Gelernte austauschen können. Am Anfang geht es nur um Kommentare – von «bien», «super» über «c’est correcte» und «continue» bis zu «j’ai choisi …», «parce que …», «qu’est-ce que tu as noté» etc. Wichtig ist, dass jede Gelegenheit genutzt wird, diese Chunks zu verwenden. Auch kurze rituelle Dialoge, beispielsweise zu Beginn einer Lektion, unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, die Zielsprache in der «Alltagssituation» anzuwenden.

Am Ende der Schulzeit können sich die Schülerinnen und Schüler im Schulalltag auf Französisch verständigen. Sie können über eingeführte Themen sprechen und einfache Diskussionen führen. Zudem könne sie ihre Meinung zu Themen äussern, Geschichten erzählen und etwas beschreiben. Beim Schreiben ist es wichtig, dass sie Hilfsmittel, wie Wörterbücher, gebrauchen können.

Am Anfang kann das Sprechen mit Ritualen oder mit Wortspielen gefördert werden. Poster mit Alltagssituationen helfen den Schülerinnen und Schülern, Aufträge zu verstehen, Fragen zu stellen und zu beantworten. Je öfter Sie als Lehrperson in der Fremdsprache kommunizieren, je schneller werden die Schülerinnen und Schüler den Mut haben, ebenfalls etwas auf Französisch oder Englisch zu sagen. Ein gutes und fehlertolerantes Klima im Unterricht ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung, damit sich Schülerinnen und Schüler trauen, in der Fremdsprache zu kommunizieren.

In den Lehrmitteln sind viele Sprechsituationen angelegt. Die Schülerinnen und Schüler werden beispielsweise angeregt, ihre Meinung zu einem Thema zu äussern oder ihre Arbeit zu präsentieren. Vorgegebener Wortschatz und Satzstrukturen helfen ihnen dabei. Viele Sprechsituationen ergeben sich aus den Inhalten. Da diese aber komplex sind, müssen Sie sie gut einführen und mit den Schülerinnen und Schülern üben. Auch das gemeinsame Handeln mit der Sprache eignet sich als Sprechsituation gut, zum Beispiel beim Präsentieren von Arbeiten oder dem Äusseren der Meinung zu einem Thema oder einem Auftrag.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fremdsprache so oft als möglich im Unterricht anwenden. Daher lernen sie von Anfang an Anweisungswortschatz und Vokabular für die Alltagskommunikation im Unterricht. Auf diese Weise üben sie Schritt für Schritt, mit Ihnen und den Mitschülerinnen und Mitschülern im Unterricht in der Fremdsprache zu kommunizieren. Dazu gehört, dass sie Anweisungen verstehen, Arbeitsschritte besprechen und in Gruppenarbeiten miteinander in der Fremdsprache kommunizieren können.

Am Anfang nehmen die Kinder die Fremdsprache vor allem übers Ohr auf. Sie hören kurze Texte und Lieder und gewöhnen sich so an die fremde Phonetik. Nach und nach lernen sie, Texte, Wörter und Formulierungen zu lesen und zu verstehen. Die Lehrperson baut von Anfang an auch Sprechsituationen in den Unterricht ein. Meist spricht sie mit den Kindern über die Inhalte, die im Unterricht behandelt werden oder sie erklärt Arbeitsaufträge. Diese Situationen sind im Lehrmittel mit Sprechblasen gekennzeichnet. Da das Sprechen mit bestimmten Inhalten verknüpft ist, ist es für Eltern am Anfang schwierig herauszufinden, wie gut ihr Kind Französisch oder Englisch spricht.

Die Didaktik der Mehrsprachigkeit vernetzt die verschiedenen Sprachen: Deutsch, Französisch, Englisch und allenfalls Herkunftssprachen werden nicht mehr getrennt, sondern in Verbindung miteinander gelehrt und gelernt. Diese Verbindungen beziehen sich auf die Lernziele, die Inhalte, die Unterrichtsplanung, die Evaluation sowie die Lehr- und Lernprozesse. Sie ermöglichen es, Synergien beim Sprachenlernen zu nutzen.
Spannende Inhalte, die durch die Lernenden entdeckt werden können, wirken sich ausgesprochen motivierend auf das Lernen von Sprachen aus. Die Sprache dient dabei als Transportmittel und ist nicht selbst Inhalt. So kann das Lernen von Fremdsprachen mit dem Unterricht der Nicht-Sprachfächer verknüpft werden und dadurch weitere Synergien geschaffen werden.