Das bringen die Schülerinnen und Schüler mit

Die Schülerinnen und Schüler, die ab August 2018 in die Sekundarstufe II übertreten, haben anders Französisch und Englisch gelernt als die Jahrgänge davor. Was bringen sie mit? Womit dürfen Sie als Lehrperson einer weiterführenden Schule rechnen?

Didaktische Konzepte und Methoden

Die Schülerinnen und Schüler lernten nach der Didaktik der Mehrsprachigkeit Französisch und Englisch. Diese setzt sich aus verschiedenen methodischen Puzzleteilen zusammen, die verbindlich im Unterricht eingesetzt werden:

  • Inhalts- und Handlungsorientierung
  • Sprachenübergreifender Unterricht
  • Bilingualer/immersiver Sachfachunterricht
  • Austausch und Begegnung
  • Bewusstheit für Sprachen und Kulturen

Kompetenzorientierung

Die Didaktik der Mehrsprachigkeit versteht unter Kompetenzorientierung:

  • Schülerinnen und Schüler können ihr Wissen anwenden und handeln in der Fremdsprache (Anwendungsorientierung).
  • Kompetenzen werden anhand von relevanten Lerninhalten aufgebaut (Weltwissen).
  • Die Unterrichtsformen sollen Autonomie und Binnendifferenzierung fördern.

Sprachliches Niveau gemäss dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER)

Grundsätzlich erreichen die Schülerinnen und Schüler in Französisch und Englisch die folgenden Niveaus:

Kompetenzbereich I Sprachhandeln (Lesen, Sprechen, Hören, Schreiben): A 2.2 bis B 1.2 (G- oder E-Niveau)

Details zu Globalzielen, Lernaktivitäten und Inhalten sind im Lehrplan definiert.

Für die Kompetenzbereiche II (Bewusstheit für Sprache und Kulturen) und III (Lernstrategische Kompetenzen) sind die Lernaktivitäten und Inhalte ebenfalls im Lehrplan ausgeführt.

Beurteilung und Notengebung

Im Fremdsprachenunterricht wurden alle drei Kompetenzbereiche bewertet – also auch die Bewusstheit für Sprache und Kulturen und die lernstrategischen Kompetenzen. Beurteilt wird kontinuierlich im Unterricht, sowohl formativ (prozessorientiert) als auch summativ (ergebnisorientiert). Die Lehrmittel liefern Tests und Lernzielüberprüfungen mit den entsprechenden Beurteilungsbögen. Weitere Informationen zur Beurteilung sind in der Broschüre «Grundlagen für die Beurteilung im Fremdsprachenunterricht auf der Sekundarstufe I» zu finden. Im Web-Dossier finden Sie die Broschüre und weitere wichtige Dokumente und Unterrichtshilfen zum Thema.

Die Schülerinnen und Schüler bringen insbesondere folgende weiteren Fähigkeiten mit:

Gute rezeptive Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler wurden von Anfang an mit authentischen französischen und englischen Texten konfrontiert, die sie sich erschliessen mussten. Sie haben früh gelernt, sich an schwierige Texte zu wagen und haben deshalb sehr gute rezeptive Kompetenzen.

Gute produktive Kompetenzen im schulischen Alltag

Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihren Lehrpersonen eine gemeinsame Alltagssprache entwickelt. Alltagssprache bedeutet jedoch nicht, dass die Schülerinnen und Schüler sich zum Bahnhof durchfragen oder ein Croissant bestellen können – das sind für sie eher fiktive Situationen. Es geht vielmehr darum, sich im Schulalltag auszudrücken: Anweisungen der Lehrperson verstehen, Hausaufgaben und Gruppenarbeiten organisieren, eine Präsentation halten, die eigene Meinung ausdrücken usw.

Mut, sich zu äussern – auch mit Fehlern

Das Ziel des Fremdsprachenunterrichts ist die funktionale Mehrsprachigkeit: Schülerinnen und Schüler sollen ohne Scheu und Angst vor Fehlern in Französisch und Englisch kommunizieren können. Und genau diese selbstverständliche Art bringen sie mit. Dazu gehört auch, dass sie – gerade im mündlichen Ausdruck – Fehler machen, die nicht immer sofort korrigiert werden.

Eigene Lernstrategien

Die Schülerinnen und Schüler wurden von Anfang an mit anspruchsvollen Texten konfrontiert. Sie haben sich Strategien angeeignet, sich solche Texte zu erschliessen: mit Parallelwörtern, Bildern, Vorwissen oder hilfreichen grammatikalischen Strukturen. Von dieser Fähigkeit profitieren sie auf der Sekundarstufe II, zum Beispiel, wenn es um Literatur oder Bedienungsanleitungen geht.

Bewusstheit für Sprache und Kulturen

In der Didaktik der Mehrsprachigkeit setzen sich die Schülerinnen und Schüler bewusst mit Sprache und Kulturen auseinander. Sie vergleichen Sprachen und übertragen ihr Wissen von einer Sprache auf die andere. Dadurch werden sie sich der Gesetzmässigkeiten, Grundmuster, Strukturen und Eigenheiten verschiedener Sprachen bewusst. Sie befassen sich ausserdem mit der eigenen und der Kultur der Ländern, in denen Französisch und Englisch gesprochen werden.

Weltwissen

Durch die spannenden Themen in den Lehrmitteln haben sich die Schülerinnen und Schüler viel Wissen in der Fremdsprache angeeignet: Wissen über die frankophone und anglophone Welt, über das Weltall, Kommunikation oder Comics. Mit der Didaktik der Mehrsprachigkeit sind die Schülerinnen und Schüler unter anderem für den Immersionsunterricht vorbereitet.