Eine Sprache lebt von den Menschen, die sie sprechen. Und von den Dingen, die man mit ihr tut. Genau diese Erfahrung sollen auch Schülerinnen und Schüler im Fremdsprachenunterricht machen.

Austausch und Begegnung heissen die Stichworte. Schülerinnen und Schüler sollen die Sprache in authentischen Situationen lernen und sich gleichzeitig mit der Kultur des Sprachraums auseinandersetzen. Das Konzept beinhaltet jedoch nicht nur Austauschprojekte und Begegnungen mit Native Speakers, sondern auch die alltägliche und unkomplizierte Begegnung mit der Fremdsprache. Und dies bereits auf der Primarstufe.

Viele Lehrpersonen haben zum Beispiel in ihrem Schulzimmer eine kleine Bibliothek. Kinder, die eine Aufgabe beendet haben, dürfen sich daraus ein Buch auswählen und lesen. Warum nicht auch eine französische und englische Comicbibliothek aufbauen? Mit Titeuf, Gaston, Tintin, Boule et Bill, Asterix, Calvin and Hobbes, Mickey Mouse, Donald Duck, Superman oder Gary Larson nehmen die Kinder quasi en passant Begriffe, Redewendungen oder ganze Sätze auf und lernen die Sprache beim Durchblättern der Comics.

Auch die Arbeit mit dem Computer bietet viele Möglichkeiten, der Fremdsprache zu begegnen. Zum Beispiel kann man bei allen Programmen, auch bei Spielen, die Bedienungssprache ändern – von Deutsch zu Französisch oder Englisch. Wenn die Schülerinnen und Schüler am Computer arbeiten, setzen sie sich automatisch mit der Fremdsprache auseinander.

Solche einfachen Ideen gibt es viele. Es lohnt sich, sie im Kollegium zu sammeln und der ganzen Schule zur Verfügung zu stellen. Hier hat die Schulleitung eine wichtige pädagogische Führungsrolle.

Auch der Austausch mit Menschen im fremden Sprachgebiet muss nicht immer mit einem hohen Aufwand verbunden sein. Klassenlager sind in den meisten Kantonen vorgesehen. Das Lager lässt sich einfach vom Emmental in den Jura verlegen, von Kandersteg nach Leysin, oder von Wildhaus nach La Chaux-de-fonds. Dort werden die Schülerinnen und Schüler ganz automatisch der französischen Sprache und französisch sprechenden Menschen begegnen. Der organisatorische Aufwand für die Lehrperson bleibt derselbe.

Anspruchsvoller, aber auch lehrreicher, ist ein Klassenaustausch. Dafür gibt es in jedem Kanton Anlaufstellen, die beim Organisieren helfen. Das Ziel jeder Begegnung mit der Fremdsprache ist es, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Anwendung als sinnvoll erleben: Wenn ich diese Aufgabe lösen will, diesen Comic verstehen, in diesem Laden eine Cola kaufen oder in diesem Computerspiel weiterkommen will, brauche ich dafür die Fremdsprache.