Anna-Lea Guarisco © Schulverlag plus AG, 2015

Geschichten über das Reisen sind reizvoll. Das entdecken auch die Schülerinnen und Schüler im Magazine 2 des Französischlehrmittels Clin d’oeil 8. Dort lesen sie unter anderem drei spannende Geschichten, die mit dem Reisen im Zug zu tun haben. Eine davon heisst «Coup de foudre». Der Titel verrät es bereits: Es handelt sich dabei um eine Liebesgeschichte, die im Nachtzug zwischen Basel und Bremen spielt. Eine 15-Jährige lernt auf dieser Reise einen drei Jahre älteren Jungen kennen. Schnell finden sie heraus, dass sie beide die gleiche Musik mögen. Und im Nu verlieben sie sich. Doch am nächsten Morgen müssen sie sich trennen. Sie schreiben sich noch drei Jahre lang, ohne sich je wieder zu sehen. Danach gehen ihre Wege ganz auseinander.

Die Geschichte entstand im Rahmen eines Schreibwettbewerbs, den die SBB 2012 ausgeschrieben hatte – es ist also ein authentischer französischer Text, der nicht für das Lehrmittel konstruiert wurde. Dieser interessante Hinweis steht in der Rubrik «Activité» im Magazine. Dort werden die Schülerinnen und Schüler ausserdem durch die Aufgabe geführt: Sie werden aufgefordert, über den Text zu diskutieren und zu definieren, um welche literarische Gattung es sich handelt. Zudem sollen sie beschreiben, was sie auf den Bildern sehen, welche den Text illustrieren. Zur Unterstützung stehen ihnen eine Liste mit Wörtern und Satzteile zur Verfügung.

In einem beeindruckend flüssigen Dialog beschreiben die beiden 8.-Klässlerinnen, was sie auf den Illustrationen sehen. Ihre Aussprache ist gut, sie reden sicher und natürlich. Es gelingt ihnen zudem problemlos, mit den vorgegebenen Satzteilen wie «Il s’agit de», «Ici, il y a» oder «Je pense que c’est» und Wörtern aus der Liste wie des «écouteurs» oder des «amoureux» ganze Sätze auszuformulieren.

Die beiden Schülerinnen nehmen im Gespräch aufeinander Bezug. Sie bejahen oder verneinen die Aussagen ihrer Partnerin und äussern ihre Meinung. Der Dialog geht aber noch über das hinaus, was sie auf den Bildern sehen. Die Schülerinnen räsonieren, wie die Geschichte weitergehen könnte. Dabei geben sie ihrer Fantasie freien Lauf. Die offene Aufgabenstellung ermöglicht solche individuellen und kreativen Leistungen und verhindert stures Auswendiglernen.